10.02.2018 / Artikel / /

Asylwesen in Lungern vom 01.02.2018

Wie funktioniert das Asylwesen, und ist der eingeschlagene Weg zielführend? Die CVP hat unter anderem zu diesen Fragen ein „Lungerer Dorfgespräch“ abgehalten.

Regierungsrat Christoph Amstad, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons Obwalden, informierte am Donnerstag, 1. Februar, über das Asylwesen im Kanton und in der Gemeinde Lungern. Bezüglich Bundesasylzentrum auf dem Glaubenberg sagte er, dass für den Kanton eine langfristige Nutzung sehr wichtig sei, wie es in einer Mitteilung der CVP Lungern heisst. Es sollte auch im ­Interesse des Bundes sein, die bisherigen militärischen Infrastrukturen, trotz Standort im Bundesinventar der Landschaft und Naturdenkmäler (BLN), einer langfristigen und sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Christoph Amstad ging in seinem Referat auch auf die Verteilung der Flüchtlinge auf die Obwaldner Gemeinden ein. Eine Auslastung von 100 Prozent würde einer mathematischen Verteilung im Verhältnis der Bevölkerung entsprechen. Gemäss dieser Berechnung hätte der Kanton der Gemeinde Lungern laut Amstad 15 Flüchtlinge zuweisen können. Effektiv seien es aber 31 Personen (4. Quartal 2017) gewesen. Zudem hätte Lungern 5 Kinder aufnehmen müssen, effektiv waren es aber 16.

Schwierig, Wohnraum zu erhalten

Sarnen, Kerns und Lungern lägen mit den effektiven Zuweisungen über der «optimalen Verteilung», die anderen vier Gemeinden erreichen diese Zahl nicht. In Sachseln und Giswil sei es besonders schwierig, Wohnraum zu akquirieren. In Lungern werde ihnen Wohnraum angeboten. Der Kanton sei, zusammen mit den Gemeinden, bemüht, die Verteilung zu optimieren. Lungern sei damit entlastet worden, dass die Not­hilfeunterkunft in Sarnen eingerichtet wurde.

Der Kanton hat per 1. Januar 2017 von der Caritas die Führung vom Asylwesen selber übernommen. Auf die Frage, welche Erfahrungen sein Departement damit gemacht habe, sagte Regierungsrat Christoph Amstad, dass Veränderungen immer mit Risiken verbunden seien. Diese seien jedoch durchaus positiv ausgefallen. Die Prozesse hätten sich bewährt, und die Kosten hätten gesenkt werden können.

Kantonsratskandidaten vorgestellt

Am «Dorfgespräch» wurden neben den Asylthemen auch die drei Kantonsratskandidaten der CVP Lungern vorgestellt. Dies sind neben Niklaus Vogler (bisher) Franziska Gasser-Fryand (neu) und Wendelin Imfeld (neu). (pd/red)

 

Bericht Obwaldner Zeitung vom 08.02.2018